Gegründet wird die Bäckerei im Jahre 1948

Bäckermeister Friedrich Brandt, aus Landesbergen im Kreis Nienburg an der Weser, wurde als Soldat in Zella einquartiert. Hier lernte er seine spätere Ehefrau Barbara-Elisabeth Riem kennen.
Nach dem Krieg erwarben sie das landwirtschaftliche Anwesen mit Gaststätte der Familie Glänzer in Loshausen. Aus bescheidenen Anfängen gelang es – neben der Bewirtschaftung der Gaststätte – eine Bäckerei aufzubauen.

Ein kleiner Verkaufsraum konnte eingerichtet werden. Brot gab es im Tausch gegen Mehl aus der „Arnholds-Mühle“ und aus der „Klinkenmühle“, dort gaben die Loshäuser ihr Korn zum Mahlen ab. Zusätzlich mussten die Kunden noch 10 Pfennig Backgeld bezahlen. Am Wochenende wurde die Backstube zum „Backhaus“, wenn die Loshäuser ihre Hefekuchen zum Abbacken brachten.

Wie der Vater...

Sohn übernimmt den Betrieb

Die Firmengründer konnten im Jahr 1982 ihrem Sohn Horst einen florierenden Familienbetrieb übergeben.
Dieser wagte dann im Jahr 1995 die Vergrößerung: Die Backstube wurde in den mittlerweile leerstehenden Saal verlegt. Mit fortschreitender Technisierung wird heute auch in Loshausen in einer modern ausgestatteten Backstube gearbeitet.

Die Backstube heute

Die Gaststätte 1950-1999

Zunächst war es die „Gastwirtschaft Glänzer“, dann, seit 1950, die Gaststätte Brandt. Diese zählt in Loshausen sicherlich zu den Einrichtungen, an die viele Bürger in irgendeiner Weise manch schöne, vielleicht aber auch traurige Erinnerung verknüpfen.

Waren wir doch in den 50er, 60er und 70er Jahren Vereinslokal der Burschenschaft, der Spielvereinigung, des Schützenvereins und der Kleintierzüchter. Ganz zu Beginn wurde der Gastraum von zwei, in der Region sehr bekannten, Fahrschulen für die Abnahme der Führerscheinprüfungen genutzt, und jeden Samstag war der Raum brechend voll, wenn Millowitsch oder Ohnsorg-Theater über die Mattscheibe flimmerten, ganz zu schweigen von Sportübertragungen. Die Gaststätte war „Fernsehstubb“, hatte doch damals so gut wie keiner ein eigenes Fernsehgerät.

Schon 1954 eröffnete der sicher allen bekannte Kurt Seidler eine Lottoannahmestelle, in der jeden Freitag die Loshäuser ihr Glück versuchten. Der Verein zur Pflege des Schwälmer Brauchtums übte im Saal seine Tänze ein und noch heute ist der Singkreis ständiger Gast mit dem Übungsabend. Auch andere Vereine und Verbände wie MGV, VDK, Feuerwehr, DRK-Ortsgruppe, Bund Loshäuser Vereine, die Spvgg-Abteilungen Tischtennis, Tennis und Gymnastik hielten ihre Versammlungen, Vereinsfeierlichkeiten, Weihnachtsfeiern und Übungsabende bei uns ab.

Manch Loshäuser Ehepaar feierte den Beginn des gemeinsamen Lebensweges in unseren Räumlichkeiten. Gemeindevertretersitzungen, sowohl der ehemals selbstständigen Gemeinde Loshausen wie auch der Großgemeinde Willingshausen, wurden durchgeführt.
Der evangelische Frauenkreis nutze den Saal für Veranstaltungen und Treffen. Sowieso war der Gaststätte angegliederte Saal von jeher Treffpunkt für Jung und Alt. Die Loshäuser Kirmes, der Probtanz, Tanz in den Mai, de Woschtball und Karnevalsveranstaltungen waren alljährlich eine willkommene Abwechslung im Alltagstrott der Loshäuser.

Aber auch Theaterabende, Geräteturnen, Fußballtraining, Tischtennis, Luftgewehrschießen, Gymnastik, Schulsport, Jagdhornblasen und Kleintierausstellungen wurden hier durchgeführt. Großveranstaltungen wie das Treffen der 45.ID, zu dem das Musikcorps des Bundesgrenzschutzes aufspielte, oder „Ernst Mosch“ mit seinen Original Egerländer Musikanten sind unvergessen, Unvergesssen bleiben natürlich auch die Veranstaltungen des „Guldur Fereins“ mit New Deal und den Rodgau Monotones.

Ein Höhepunkt in der langjährigen Tradition unseres Saales war sicherlich die Übertragung des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft 1954 aus Bern: Deutschland wurde Weltmeister und mehrere hundert Loshäuser konnten dies im vollbesetzten Saal auf einem der ersten Fernsehgeräte, die es in Loshausen gab, verfolgen